Moderne Bildsprache für investigativen Verbraucherjournalismus – wie das EB-Team von PIXELFLOW TV & FILMPRODUKTION aus München neue Wege geht.
Als EB-Team haben wir für den Südwestrundfunk (SWR) einen Beitrag für das bekannte Verbrauchermagazin Marktcheck produziert. Das Besondere: Statt klassischer EB-Kamera kam eine Sony FX3 Vollformatkamera auf DJI RS4 Pro Gimbal zum Einsatz – ein Setup, das im deutschen Fernsehen noch selten zu sehen ist.

EB-Dreh für SWR Marktcheck: Interview mit Sony FX3 auf DJI RS4 Pro Gimbal
Der Fall: Copytrack und die fragwürdige Abmahnung
Der Beitrag widmet sich einem Thema, das viele Content-Creator und Blogger betrifft: Eine Reiseführerautorin und Blogbetreiberin erhält Post von einem Unternehmen aus Hongkong. Der Vorwurf: Sie habe ein Foto unrechtmäßig verwendet. Das Problem dabei – sie hat das Bild selbst fotografiert.Gemeinsam mit der SWR-Redaktion sind wir der Sache auf die Spur gegangen. Der investigative Charakter des Beitrags erforderte Dreharbeiten an verschiedenen Locations: im Büro der Autorin, bei ihr zu Hause und im Außenbereich.
Warum Vollformat auf Gimbal statt klassischer EB-Kamera?
Traditionell arbeiten EB-Teams im deutschen Fernsehen mit Schulterkameras wie der Sony PXW-500 oder Cine-Kameras wie der Sony FX6 und FX9 auf Stativ. Diese Setups sind bewährt, robust und liefern zuverlässige Ergebnisse. Für diesen Marktcheck-Beitrag hatte die Redaktion jedoch eine klare Vorgabe: eine moderne, hochwertige Bildsprache, die sich von der klassischen TV-Ästhetik abhebt.
Die Lösung: unsere Sony FX3 auf dem DJI RS4 Pro Gimbal.
Vergleich dieses Setups vs. klassischem Setup im EB-Einsatz
| Aspekt | Klassische EB-Kamera | FX3 auf Gimbal |
|---|---|---|
| Bildästhetik | Broadcast-Look, große Schärfentiefe | Cineastisch, selektive Schärfe |
| Bewegungsaufnahmen | Eingeschränkt, oft verwackelt | Flüssig, stabilisiert |
| Mobilität | Schwer, sperrig | Kompakt, flexibel |
| Interviewsituationen | Statisch auf Stativ | Dynamische Kamerafahrten möglich |
Der Vollformatsensor der FX3 erzeugt durch die geringe Schärfentiefe eine visuelle Tiefe, die Zuschauer aus hochwertigem Streaming-Content kennen. Diese Bildsprache wird zunehmend auch im linearen Fernsehen erwartet.
Das technische Setup im Detail
Kamera und Optik
Zum Einsatz kam die Sony FX3 im kompakten Formfaktor. Die Objektivauswahl richtete sich nach den jeweiligen Szenen:
- Weitwinkel für Raumaufnahmen und Establishing Shots
- Standardbrennweite für Interviews und Gesprächssituationen
- Makro für Detailaufnahmen von Dokumenten und Bildschirmen
Sämtliche Aufnahmen, auch die Interviews, entstanden auf dem DJI RS4 Pro Gimbal. Das ermöglichte subtile Kamerabewegungen, die dem Beitrag eine dokumentarische Nähe verleihen, ohne hektisch zu wirken.
Ton: Kabellos und Timecode-synchron
Ein häufiges Problem bei Gimbal-Drehs: Die Kamera bewegt sich frei, ein Kabelanschluss für den Ton ist unpraktisch bis unmöglich. Unser Setup löst das elegant.
Tonaufzeichnung:
- Sound Devices MixPre-10 als externer Recorder
- Deity Theos Funkstrecken mit Lavalier-Mikrofonen
- Deity TC-1 Timecode-Generatoren für framegenau synchrones Material
Der Ton wird vollständig extern aufgezeichnet und später in der Postproduktion per Timecode mit dem Videomaterial synchronisiert. Das Ergebnis: Broadcast-taugliche Tonqualität ohne Kompromisse bei voller Kamerabeweglichkeit.
Gimbal im TV-Einsatz: Noch die Ausnahme, aber im Kommen
Ist der Gimbal-Einsatz bei EB-Produktionen mittlerweile Standard? Die klare Antwort: noch nicht. Die meisten EB-Teams setzen weiterhin auf klassische Setups. Dafür gibt es gute Gründe – Robustheit, Schnelligkeit, eingespieltes Equipment. Allerdings wächst der Druck, auch im Fernsehen eine modernere Bildsprache zu liefern. Zuschauer sind durch Netflix, Amazon Prime und YouTube an cineastische Qualität gewöhnt. Sender wie der SWR reagieren darauf und geben diese Ästhetik zunehmend als Produktionsvorgabe. Davon ist auch Kameramann André Schmitt überzeugt.
„Der Dreh mit einer Vollformatkamera auf Gimbal ermöglicht auch für TV-Beiträge eine moderne Bildsprache und erhöht die ästhetische Qualität des Beitrages deutlich.“
– André Schmitt, Kameramann und Inhaber PIXELFLOW TV & FILMPRODUKTION
Das EB-Team für diesen Dreh
Für den SWR Marktcheck waren wir als eingespieltes Zweier-Team vor Ort:
- André Schmitt – Kamera
- Alexander Tower – Ton
Diese schlanke Teamstruktur ist typisch für EB-Produktionen und ermöglicht effizientes Arbeiten auch an wechselnden Drehorten.
Fazit: Neue Standards für EB-Produktionen
Der Dreh für SWR Marktcheck zeigt, wohin sich EB-Produktionen entwickeln. Die Grenzen zwischen klassischem TV-Look und cineastischer Bildsprache verschwimmen. Sender erwarten zunehmend hochwertige Ästhetik und als EB-Team müssen wir diese Anforderungen erfüllen können. Die Kombination aus Sony FX3, DJI RS4 Pro und professionellem Tonsetup mit Timecode-Synchronisation bietet dafür eine praxistaugliche Lösung. Kompakt genug für den mobilen Einsatz, qualitativ hochwertig genug für die Anforderungen moderner TV-Produktionen.
Der Marktcheck-Beitrag zum Thema Copytrack wird zeitnah ausgestrahlt – das Material steht dem SWR zudem für weitere Sendungen zur Verfügung.
Sie suchen ein EB-Team für Ihre TV-Produktion im Raum München?
PIXELFLOW TV & Filmproduktion steht für moderne Bildsprache, technische Kompetenz und zuverlässige Umsetzung. Ob klassischer EB-Dreh oder Gimbal-Setup für hochwertige Ästhetik – wir setzen Ihre Anforderungen professionell um.
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Über den Autor

André Schmitt ist Inhaber von PIXELFLOW TV & FILMPRODUKTION und arbeitet seit Jahren als Kameramann für öffentlich-rechtliche Sender und private Auftraggeber. Sein Schwerpunkt liegt auf EB-Produktionen, Imagefilmen und dokumentarischen Formaten. Zu den Socialmedia Profilen: Facebook https://www.facebook.com/pixelflowfilm Linkedin https://www.linkedin.com/company/7555749
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